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Was ist der korrekte Begriff für die Nachhallzeit?

Vielleicht sind Sie auch schon über verschiedene Begriffe gestolpert, die sich auf die Nachhallzeit beziehen. So sind Ihnen möglicherweise die Abkürzungen „RT“, „RT60“, „RT20“ und „RT30“ begegnet – aber welche davon ist die richtige?

Nun, offiziell gesagt ist eigentlich keine davon die richtige. Die korrekte Antwort gibt die Norm ISO3382-1-2009, die die „Dauer, die die raumgemittelte Schallenergiedichte in einem Gehäuse benötigt, um nach dem Ende der Schallquellenemission um 60 dB abzusinken“ als „Nachhallzeit T“ definiert.

Um es kurz zu machen, die richtige Antwort lautet also: T

Leider kann der Buchstabe „T“ allein etwas missverständlich sein, da das Zeichen t oder T auch für andere physikalische Parameter verwendet wird, wie z. B. die Periodendauer einer Schallwelle, die Zeitverzögerung von Live-Sound bei einem Konzert oder die Temperatur. Infolgedessen haben sich eine Reihe von Herstellern akustischer Messgeräte entschieden, anstelle von „T“ lieber „RT“ oder „RT60“ zu verwenden, um weniger missverständlich zu sein.

Dies führt uns jedoch zur nächsten Frage: Was bedeutet „T20“, „T30“, „RT20“ oder „RT30“, was gelegentlich auch zu finden ist? Für diese Antwort benötigen wir weitere Informationen:

In der Praxis ist es oft unmöglich, einen vollständigen 60-dB-Abfall in einem Raum zu messen, da dies eine extrem laute Schallquelle erfordern würde (® siehe diesen Artikel). Daher hat es sich als gängige Methode etabliert, die Zeit zu messen, die ein Schall benötigt, um nur um 20 dB oder 30 dB abzunehmen, und das Ergebnis dann auf 60 dB zu extrapolieren. Dieser Ansatz wird auch in der oben genannten Norm erwähnt, in der es heißt, dass „T20 die Nachhallzeit in Sekunden ist, basierend auf einem 20-dB-Bewertungsbereich“ (und das Gleiche gilt für „T30“).