Hergestellt in der Schweiz Präzisionstechnik

Wie man Lärmbelästigung objektiv misst

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Menschen, die Lärm ausgesetzt sind, leiden oft nicht nur unter dem Lärm selbst, sondern auch, weil eine einfache Schallpegelmessung nicht mit ihrer subjektiven Einschätzung übereinstimmt. Der Lärm ist störend, obwohl er unter den offiziellen Grenzwerten liegt.

Wie kann dieses Dilemma gelöst werden?

Die Antwort ist komplex. Einerseits gibt es Methoden zur Messung dieser sogenannten Störpegel, die beispielsweise Impuls- und Tonlärm berücksichtigen. Andererseits gibt es Hinweise, Richtlinien und Normen, die die subjektive Wahrnehmung von Lärm einbeziehen. Um eine umfassende und akzeptable Beurteilung von Umgebungslärm zu erhalten, sind nicht nur fundierte Fachkenntnisse, sondern auch viel Erfahrung erforderlich.

In der Praxis beginnt jede Umgebungslärmmessung mit der detaillierten Aufzeichnung des spektralen Schallpegels über einen längeren Zeitraum. Das erste zu berücksichtigende Ergebnis ist der äquivalente Dauerschallpegel LAeq, der als Grundlage für alle weiteren Berechnungen dient. Zu diesem Wert werden dann Zuschläge addiert, die sich aus den Eigenschaften des Lärms ableiten.

Um störende Ereignisse zu identifizieren und angemessen zu berücksichtigen sowie die Zuschläge zu bestimmen, ist eine detaillierte Analyse der aufgezeichneten Daten erforderlich.

Betrachten Sie zunächst Impulslärm, wie z. B. Knistern, Rattern, Schlagen, Klopfen oder Knallen. Das Kriterium, ob ein solcher Lärm als störender Impuls zu betrachten ist oder in welchem Umfang, hängt in erster Linie von der geltenden Norm ab. Je nach dem Land, in dem die Analyse durchgeführt wird, gelten unterschiedliche Berechnungsregeln.

Suchen Sie zweitens nach störenden Geräuschen mit bestimmten dominanten Frequenzen, wie z. B. Turbinenlärm, Sirenen, Quietschen und Pfeifen usw. Auch bei dieser Analyse sind die geltenden Normen zu beachten. Es werden zwei verschiedene Ansätze häufig verwendet: 1/3-Oktavbandanalyse und FFT-basierte Frequenzanalyse. Beide Methoden sind klar definiert und werden von professionellen Schallpegelmessern unterstützt.

Ein dritter Faktor ist die Tages- oder Nachtzeit. Auch hier gelten klare Anforderungen der nationalen Normen, die beispielsweise nachts niedrigere Grenzwerte vorsehen können.

Schließlich sind die Erfahrung und das Fachwissen eines Akustikers erforderlich. Die Aufgabe besteht darin, störende Lärmkomponenten zu identifizieren, die durch die oben genannten Methoden nicht oder höchstens unzureichend erfasst wurden, und ihren Einfluss auf das Gesamtbild angemessen zu quantifizieren.
Unter Berücksichtigung aller Faktoren werden die Zuschläge für Impuls- und Tonlärm, die Tageszeit sowie mögliche außergewöhnliche Schallereignisse zum Dauerschallpegel addiert, was zum sogenannten Beurteilungspegel führt. Dieser stellt das objektive Maß für die Lärmbelästigung dar. Dieser Pegel wird mit den gesetzlichen Grenzwerten verglichen, und gegebenenfalls werden Präventivmaßnahmen ergriffen, wie z. B. Betriebsbeschränkungen, der Bau von Lärmschutzwänden oder ähnliches.