Schallpegel werden gemessen, indem die durch den Schall erzeugten Luftdruckänderungen erfasst werden. Diese Schalldruckpegel (SPLs) schwanken bei üblichen Schallquellen wie Musik, Sprache oder Umgebungslärm recht schnell. Das Ablesen des Schallpegels in Echtzeit auf einem Display ist aufgrund dieser schnellen Pegeländerungen schwierig. SPL-Meter dämpfen daher ihre Reaktion auf plötzliche Änderungen und erzeugen eine gleichmäßigere Anzeige. Dieser Vorgang wird als Zeitbewertung bezeichnet.
Schnelle, langsame Zeitbewertungen
Die Norm IEC 61672-1 beschreibt zwei verschiedene Zeitbewertungen, schnell (F) und langsam (S). Beide dämpfen die Reaktion des angezeigten Pegels auf eine plötzliche Änderung des Schallpegels. Schnell reagiert schneller als langsam. Wenn beispielsweise in einer ruhigen Umgebung ein lauter, konstanter Ton plötzlich eingeschaltet wird, würde die ‘F’-gewichtete Pegelanzeige etwa 0,6 Sekunden benötigen, um den neuen Pegel zu erreichen, während die ‘S’-gewichtete Pegelanzeige den neuen Pegel erst nach ca. 5 Sekunden erreichen würde. Diese Werte werden durch die Zeitkonstanten für die ‘F’- (t = 125 ms) und die ‘S’-Gewichtung (t = 1 s) angegeben, die in der Norm definiert sind. Wenn der Ton plötzlich ausgeschaltet wird, fällt der angezeigte ‘F’-Pegel mit einer Rate von 34,7 dB/s ab, während der angezeigte ‘S’-Pegel mit einer Rate von 4,3 dB/s abfällt.
Beispiel: F, S Gewichtung
Die folgende Skizze zeigt die Reaktion der Fast und Slow Resultatanzeige auf plötzliche Pegeländerungen.


'Impulse' Zeitgewichtung
Der alte, nicht mehr aktuelle Standard IEC 651 beinhaltete zudem noch die Impulse (I) Zeitgewichtung, die für die Analyse von kurzen Impulsen vorgesehen war. Im Gegensatz zur ‘F’ und ‘S’ Gewichtung, reagiert die ‘I’ Anzeige asymmetrisch, d.h. sie steigt bei einem steigenden Pegel sehr schnelle an (t = 35 ms), während sie einem Pegelabfall nur sehr langsam folgt (2.9 dB/s).

